Pressemitteilung

Berliner Wohnungsmarkt

Wunsch nach Eigentum in der deutschen Hauptstadt wächst

  • Preise im vergangenen Jahr um zehn Prozent gestiegen
  • Starkes Umsatzwachstum im Luxussegment
  • 20 % Preissteigerung bis 2018

Berlin, den 4. Oktober 2016 – Die Kaufpreise für Berliner Eigentums-wohnungen sind im vergangenen Jahr zweistellig um 10,1 Prozent gestiegen. Das haben die Autoren des Wohneigentumsreports Berlin ermittelt, der jährlich von der ZIEGERT – Bank- und Immobilienconsulting GmbH erstellt wird. Im Erstverkauf wurden demnach Wohnungen im Schnitt für 4.274 Euro je Quadratmeter angeboten. Weiterverkäufe notierten mit durchschnittlich 2.407 Euro je Quadratmeter. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Berlin (ohne Paketverkäufe) 21.871 Eigentumswohnungen (+ 23,7 %) verkauft. Die größten Zuwächse gab es dabei in den oberen Preisgruppen. So stiegen die Verkäufe bei Wohnungen über 5.000 Euro je Quadratmeter von 457 auf 1.505 Wohnungen (+ 230 %). Aber auch die darunterliegenden Preisgruppen wachsen nachhaltig. Mitursächlich für den anhaltenden Trend ist die starke internationale Zuwanderung nach Berlin. 2015 kamen erstmals mehr Menschen aus dem Ausland (93.000) nach Berlin als aus dem Inland (89.500). Hinzukommt, dass Berlin auch am Wohnungsmarkt immer stärker in seine Hauptstadtrolle hineinwächst. Dem Bericht zufolge ist der Bedarf an repräsentativen Zweitwohnungen deutlich gewachsen: „Das exklusive Berliner Penthouse ist vor allem bei westdeutschen Unternehmerfamilien gefragt.“ (S.15).

Entsprechend sind die Aussichten für den Markt von Neubauwohnungen: „Aus der Analyse der geplanten Projekte leiten wir einen weiteren Anstieg der Quadratmeterpreise von rund 20 Prozent bis 2018 ab“, sagt Helen Lindner, Leiterin von ZIEGERT-Research. „Als Ursachen für dieses Preiswachstum sind vor allem die steigenden Baukosten und Grundstückspreise zu nennen.“ Laut Berliner Gutachterausschuss haben sich die Bodenrichtwerte innerhalb des S-Bahnrings im vergangenen Jahr um 50 Prozent erhöht. In attraktiven Lagen haben Bauträger mit deutlich größeren Steigerungen und vielen Wettbewerbern zu kämpfen (S. 16).

ZIEGERT zu Folge stehen die Berliner dem Preisanstieg inzwischen weniger kritisch gegenüber als noch vor einigen Jahren. „Der Wunsch nach Eigentum ist in Berlin deutlich gewachsen. Dabei geht es heute weniger um Schnäppchen als um eine solide Alternative zur Miete“, sagt Nikolaus Ziegert und verweist auf das veränderte Suchverhalten. Noch im vergangenen Jahr waren die meisten Anfragen im Segment bis 1.000 Euro je Quadratmeter zu verzeichnen. Heute liegen mehr als 30 Prozent der Suchanfragen zwischen 3.500 und 5.000 Euro je Quadratmeter. In diesem Bereich liegt innerhalb des S-Bahnrings sowie im Südwesten Berlins auch der Schwerpunkt der Angebote. Wer günstiger sucht, hat in Köpenick sowie in Pankow gute Chancen.

27 % der Berliner können sich aktuell Wohneigentum leisten

Dem Bericht zufolge können sich aktuell 27 Prozent der Berliner Haushalte eine Eigentumswohnung bis 280.000 Euro leisten. Der starke Rückgang der Arbeitslosenquote auf 9,4 Prozent und der Anstieg der Haushaltsnettoeinkommen vor allem in den oberen Einkommensklassen deuten auf ein großes Nachfragepotential.

ZIEGERT fordert Eigentumsförderung

Mit Blick auf die unteren Einkommensschichten sagt Ziegert: „Unsere Berechnungen zeigen, der neue Berliner Senat muss unbedingt auch etwas für die Eigentumsbildung tun. Viele Haushalte wollen, können aber nicht kaufen, weil sie beispielsweise nicht über genügend Eigenkapital verfügen. Sie im Zinstief nicht mit günstigen Darlehen zu unterstützen, heißt eine wahrscheinlich einmalige Chance verstreichen zu lassen und viele Berliner dynamisch steigenden Mieten auszusetzen.“

Gründe für den anhaltenden Preisauftrieb seien die weiterhin zu geringe Bautätigkeit und der starke Zuzug vor allem von jungen Absolventen. Unabhängige Experten raten daher nach wie vor zum Kauf einer Wohnung: „Ich würde […] jedem jungen Haushalt, der zumindest eine mittelfristige Perspektive hat, hier in Berlin zu bleiben, empfehlen, selbst genutztes Wohneigentum in Berlin zu erwerben“, sagt Reiner Braun, Vorstandsmitglied der empirica AG. „Man zahlt in die eigene Tasche und investiert in die eigene Altersvorsorge, was eben auch ganz wichtig ist, wie unsere statistischen Auswertungen regelmäßig zeigen.“

Der Bericht erscheint am 4. Oktober. Die Inhalte sind dann online unter www.wohneigentumsreport-berlin.de verfügbar.

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