Hip oder nicht Hip

Berlin wird erwachsen ...

und bleibt doch kreativ. Wirtschaftliche Prosperität und kulturelle Vielfalt ergänzen einander, solange es genügend Freiräume gibt

Ist die Party zu Ende? Berlin fragt sich, ob es noch hip ist. Der Grund: Die NEW YORK TIMES und das ROLLING STONE MAGAZINE haben herausgefunden, in den angesagten Berliner Clubs läuft teilweise Musik, die man auch in New York hören kann. Weil das enttäuscht, bestehen Zweifel an Berlins Hipness und das wiederum hat der Stadt eine mehrwöchige Debatte beschert, über die vielen Touristen in der Stadt und andere Sehnsuchtsorte der Welt, wie Barcelona, Istanbul oder Sao Paulo und die Frage, ob die Kreativen nicht künftig dort wohnen und arbeiten werden?
Allerdings: So lange die Leitmedien der westlichen Welt sich um Berlins Kulturszene sorgen, besteht kaum Grund zur Panik. Denn tatsächlich kommen ja weiterhin jährlich hunderttausende Touristen vor allem der Mode und des Nachtlebens wegen in die Stadt. Zudem ist Berlin das Mekka der IT- und Gründerszene und erfreut sich bei jungen Akademikern einer steigenden Wertschätzung. Eine Umfrage des Informationsdienstes „Fachkraft 2020“ sieht Berlin unter den Gewinnern beim Zuzug von Absolventen. Die Stadt würde in dieser wichtigen Bevölkerungsgruppe in den kommenden Jahren einen Wanderungssaldo von +54 Prozent erreichen.
Anderseits rührt die Frage nach der Hipness schon am Selbstverständnis Berlins als Kreativmetropole. Spätestens seit 2002 Klaus Wowereit den Musikverlag Universal Deutschland mit rund 500 Mitarbeitern von Hamburg nach Berlin holte, sind Kultur und Kreativität anerkannte Wirtschaftsfaktoren in der Stadt. Das, so befürchten viele, gelte jedoch nur so lange, wie Lohn- und Wohnkosten sowie die Gewerbemieten in Berlin noch vergleichsweise günstig sind.
Perspektivisch ist die Diskussion um die Hipness Berlins somit auch eine Auseinandersetzung nicht nur um persönliche Lebensentwürfe, sondern auch um die wirtschaftliche, soziale und künstlerische Entwicklung der Stadt.

Berlins Kulturstaatsekretär Tim Renner schrieb beispielsweise mit Blick auf das kulturelle Angebot im Tagesspiegel: „Damit die kreativ getriebene Zuwanderung anhält und die Transformation von kulturellem in ökonomisches Kapital nicht zu einer Verödung von Stadträumen führt, müssen wir diejenigen schützen, die den[Berlin] Boom ausgelöst haben und befeuern. Das sind die Künstler, mit ihren Studios, Ateliers oder Proberäumen. Sie im Rahmen von Luxussanierung, Umwidmungen oder Problemen mit Lärmemissionen zu vertreiben, heißt den Rohstoff zu verlieren, von dem Berlin seit geraumer Zeit lebt.“
Man kann das aber auch aus der Sicht der kulturellen Nachfrage formulieren: Damit Berlin sein Kreativpotential erweitern und nähren kann, braucht die Stadt Zuwanderung aus allen sozialen Schichten und die Zuwanderer brauchen Arbeitsplätze und Wohnungen in einem möglichst breiten Angebotsspektrum. Dass dabei unterschiedliche Bedürfnisse aufeinanderprallen, wird niemanden verwundern, der Berlin kennt und liebt. Es bleibt das Fazit: Fortgesetzte Hipness erfordert in Berlin ein vernünftiges Nebeneinander von steigendem wirtschaftlichem Wohlstand und kreativen Freiräumen. Hier sind auch die Immobilienwirtschaft und insbesondere die maßgeblichen Wohnungsanbieter wie ZIEGERT in der Pflicht.
Wir möchten Stadt gestalten und Freiräume offen halten. Zudem suchen wir nach optimalen Konzepten, um Wohnen und Arbeiten, Leben und Kreativität, Familie und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten noch besser zusammenzubringen. Dafür schaffen wir neue Möglichkeiten des Austausches zwischen denen, die die Trends setzten und jenen, die größere Pläne in die Tat umsetzten können. Reden Sie mit uns.


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