Wohneigentumsreport 2015

Kaufen ist günstiger als viele denken

Selbstnutzerkosten von Eigentümern geringer als von Mietern

Das ZIEGERT Wohneigentumsreport 2015/2016

Ausländische Investoren müssen sich beim Blick auf Berlin wie im Schlaraffenland fühlen. Berlin entwickelt sich dynamisch wie kaum eine andere Metropole in Europa, die Preise für Immobilien liegen trotz deutlicher Steigerungen immer noch deutlich unter den Preisen von London, Paris oder auch Mailand und nirgendwo können derzeit so günstig Kredite aufgenommen werden wie in Deutschland. Einige Marktteilnehmer und Beobachter werden angesichts dieser hervorragenden Rahmenbedingungen skeptisch – wurde nicht auch in Spanien oder Großbritannien der Preisboom durch Niedrigzinsen befeuert? Droht uns ein ähnlicher Preisschock wie in anderen Ländern in den Jahren 2007 bis 2009? Besonders die steigenden Preis-Mietverhältnisse, also die Tatsache, dass die Mieten langsamer wachsen als die Preise, weckt Befürchtungen.

Das Preis-Mietverhältnis ist jedoch nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob die Kosten für Mieter noch mit den Kosten von Selbstnutzern (Eigentümern) übereinstimmen. Übersteigen die Kosten der Selbstnutzer die Kosten der Mieter, wird es irgendwann eine Korrektur geben, weil mehr und mehr Eigentümer verkaufen und lieber Mieter werden – diese Korrektur geht so lange, bis die Preise wieder im Gleichgewicht sind. Die Preise für Wohnimmobilien können sich vor allem dann entkoppeln, wenn die Investoren zu optimistisch sind und zu starke Preiszuwächse in der Zukunft annehmen. Werden diese Erwartungen irgendwann getrübt, platzt die Spekulationsblase.


Wie das IW Köln jedoch festgestellt hat, liegen die Selbstnutzerkosten in weiten Teilen Deutschlands immer noch deutlich unter den Mietkosten, was vor allem auf die günstigen Hypothekenzinsen zurückzuführen ist. Und selbst bei einem Anstieg der Zinsen um einen Prozentpunkt würde sich die Lage kaum ändern. Lediglich in München und den Umlandgemeinden könnte es dann zu Anpassungen und leichten Korrekturen kommen. In vielen anderen Metropolen und kleineren Städten lohnt sich aber immer noch der Kauf. In Berlin könnte das Zinsniveau sogar ruckartig auf vier Prozent steigen, ohne dass Wohnimmobilien als überbewertet gelten würden.*

Von Prof. Matthias Voigtländer / IW Köln


Aus dem „Wohneigentumsreport Berlin 2015/16, S. 6. (Text von der Redaktion gekürzt)

Prof. Matthias Voigtländer/ IW Köln

Bestellen Sie hier Ihr persönliches digitales Exemplar

* Pflichtfeld
Jetzt anmelden

Newsletter

Top-Angebote und Termine
Jetzt anmelden