Interview

„In Paris hätten sie uns für verrückt erklärt“

Das LUX bietet Wohnarchitektur der Sonderklasse. Hier erklären die Entwickler, warum Berlin genau der richtige Ort für so ein Projekt ist.

Die Fassade mit bodenhohen Fenstern muss sich der Beobachter noch vorstellen, die Innenseite glänzt noch nicht goldfarben. Doch der Rohbau des LUX steht bereits, und er lässt erahnen, dass in der Mitte Berlins, am Neustädtischen Kirchplatz, ein ganz besonderer Neubau entsteht: Wohnarchitektur, wie es sie in Berlin noch nicht gegeben hat.

Ein Rundgang über die Baustelle ist schon heute spektakulär. In der ersten Etage teilen sich zwei Wohnungen eine Terrasse und eine atemberaubende Perspektive: Durch eine Öffnung in der Fassade fällt der Blick zum Platz und die Dorotheenstraße hinunter bis zur Friedrichstraße, auf der anderen Seite zum Innenhof, der später aufwändig begrünt wird. Der Einzug ist für Anfang 2015 geplant.

Weiter oben warten die Wohnungen mit drei Meter hohen Decken darauf, von ihren zukünftigen Besitzern nach Wunsch gestaltet zu werden. Bisher verstellt nichts den Durchblick von einer Fensterfront zur anderen. Jede Wohnung hat einen besonderen Schnitt, einen eigenen Charakter.

Auf dem Dach der Höhepunkt, ein Berlin-Panorama der Extraklasse: Hier ist der Fernsehturm zum Greifen nah, dort drüben steht das Sony Center, am Stadtrand der Teufelsberg. Ein Gespräch vor Ort mit Armando Reguero und Alberto Martinez, Projektentwickler von Triple A Immobilien, über das LUX und Berlin.

Das LUX führt eine außergewöhnliche neue Architektur in Berlin ein. Ist die Stadt bereit für ein so ambitioniertes Projekt?

Martinez: Die Menschen, die nach Berlin kommen, sind meist sehr offen, ob nun jung oder alt. Das ist wichtig, wenn Sie so eine Art von Architektur einführen wollen. Und außerdem entwickelt sich das Zentrum Berlins. Dieser Platz hier wurde vor kaum zwei Jahren angelegt, überall in Mitte wurde in den vergangenen Jahren gebaut. Viele der Ladengeschäfte waren vor wenigen Jahren noch geschlossen. Und jetzt: Cafés, Restaurants, Kultur.

Hat die Stadt Sie und das Projekt mit offenen Armen aufgenommen?

Reguero: Der Bezirk und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung waren sehr offen für ein solches Angebot. Wenn wir versucht hätten, so ein Gebäude wie das LUX zum Beispiel in Paris zu bauen, die hätten uns dort für verrückt erklärt. Hier war das anders.

Mussten Sie strikte Vorgaben beachten?

Reguero: Klar gab es Vorgaben! Dieser Platz hat einen gesonderten Bebauungsplan. Die Anzahl der Quadratmeter, die Kubatur, der Innenhof, solche Dinge waren natürlich vorgegeben. Wir hatten mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bezirk Mitte aber einen guten und offenen Dialog darüber, wie wir das umsetzen. Eine Vorgabe war auch, dass wir im Erdgeschoss Gewerberäume haben. Das bedeutet, dass mit den Läden langsam ein neuer Kiez entsteht. Viele Menschen arbeiten hier, die müssen bisher zum Einkaufen immer in die Friedrichstraße.

Wie reagiert das LUX auf das Umfeld in Berlin-Mitte?

Martinez: Wir haben hier vielleicht ein ausgesprochen modernes Konzept, aber diese Ideen von Offenheit und Transparenz, die hat Norman Foster schon vor mehr als zehn Jahren einige 100 Meter entfernt mit der Reichstagskuppel umgesetzt.

Das LUX entsteht in prominentester Lage. Wie kamen Sie zu diesem Ort?

Reguero: Alberto Martinez ist schon 2007 für ein anderes Bauvorhaben nach Berlin gekommen, einen Altbau in Charlottenburg, das war nur eine kleine Modernisierung. Danach haben wir nach einem neuen spannenden Projekt gesucht. Und wo kann es aufregender sein als hier in Mitte?

Martinez: Es gab große Zweifel, ob überhaupt jemand solche Wohnungen in Berlin kaufen will. „Alle Deutschen mieten nur“, hörten wir damals. Wir wollten das nicht glauben.

Reguero: Als wir gefragt wurden, ob wir hier, in diesem Dreieck zwischen dem Brandenburger Tor, dem Boulevard der Friedrichstraße und der Spree, etwas bauen wollen, haben wir uns gefragt, ob wir richtig hören. Natürlich wollten wir hier etwas bauen! Hier wird wahnsinnig viel entstehen.

Das LUX wird einen Concierge haben, ein besonderer Service. Welche Aufgaben hat er?

Reguero: Der ist gerade für Kunden interessant, die nicht regelmäßig in Berlin sind. Die Fragen sind ja: Wer kümmert sich darum, die Wohnung sauber zu halten, wer um die Pflanzen, die Post? Der Kunde soll sich rundum sorglos aufgehoben fühlen, ob er nun woanders ist oder hier. Etwas muss in die Reinigung? Ich möchte Blumen verschicken, brauche einen Mietwagen oder Konzertkarten, auch für ein längst ausverkauftes Programm – dann rufe ich den Concierge an, der kümmert sich. Wie drüben im Adlon.

International gilt Berlin bei vielen Menschen Anfang 20 als extrem hip. Ist das Interesse in anderen Altersgruppen genauso groß?

Reguero: Wir haben eher weniger 22-jährige Studenten unter unseren Kunden …

Martinez: Aber einen 26-Jährigen aus London, der unbedingt nach Berlin möchte!

Reguero: Richtig. Aber wissen Sie, der Kunde Mitte 50, der beispielsweise in der Nähe von Zürich lebt und in Berlin eine City-Wohnung haben möchte, der ist genauso begeistert von der Stadt wie junge Leute. Die Berliner sind sich manchmal gar nicht bewusst, dass sie im übertragenen Sinne im Zentrum Europas leben. Ich glaube, es gibt zurzeit keine interessantere, beliebtere und stilprägendere Stadt in Europa. Und das wird noch eine Weile so bleiben.

Die Berliner sind sich manchmal gar nicht bewusst, dass sie im übertragenen Sinne im Zentrum Europas leben.

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