Oberschöneweide

Bryan Adams zieht in die Fabrik

Historische Industriebauten und das DDR-Rundfunkhaus ziehen Kunst, Kultur und Medien an, die den Stadtteil spürbar beleben

In Oberschöneweide wurden schon in 20er-Jahre Elektroautos gebaut

Es ist noch nicht lange her, da wäre die Nachricht, dass ein kanadischer Rockstar sich in Berlin-Oberschöneweide ansiedelt, als flauer Witz durchgegangen. Im November 2013 ist aber genau das bekannt gegeben worden. Bryan Adams (200 Millionen verkaufte Platten) hat sich eine Lagerhalle und Nebengebäude an der Wilhelminenhofstraße zugelegt. Der seit Längerem kunstbegeisterte Musiker sieht hier ein enormes Entwicklungspotenzial. „It’s a fantastic neighbourhood“, sagt Adams über den Stadtteil.   

Die Spree ist hier am breitesten in Berlin
Die Wuhlheide begrenzt den Bezirk im Norden

Der Popstar, Fotograf und Magazinmacher meint damit die wachsende Gemeinde der Kreativen, die in den ehemals größten elektrotechnischen Fabrikkomplex der Welt einzieht. Von diesen Hallen am Spreeufer aus gelangte AEG zu Weltruhm. Oberschöneweide galt vor dem Ersten Weltkrieg mit dem Elektrizitätswerk Oberspree, den Werkzeugmaschinenbaufabriken Niles Werke, mit Kabel-, Kupfer- und Messingwalzwerken als eines der berühmtesten Fabrikquartiere Deutschlands.

Nach der Wiedervereinigung war die Gegend östlich der Spree lange ein Sorgenkind der Stadtentwicklung. Nun aber, dank wachsender Immobiliennachfrage, gerät dieser Stadtteil in den Blick und es herrscht wieder Optimismus. Das Industriegebiet hat mittlerweile ein Atelierhaus, das Festival „Kunst am Spreeknie“ wird von Jahr zu Jahr größer. Der Kultursalon zieht Neugierige aus ganz Berlin an. Am Ende des Geländes befindet sich die Hochschule für Wirtschaft und Technik, die vor allem mit kreativen Studiengängen aufwartet. Entsprechend bringen die Studenten frischen Wind in die Gegend. Der Bildungsstandort wird ausgebaut. Also gute Voraussetzungen, dass in den ehemaligen Arbeiterbezirk bald eine akademische Klientel einzieht.

Erholung in Ufernähe

Schaut man von der gegenüberliegenden Spreeseite aus herüber, fallen zunächst baumgesäumte kleinere Straßenzüge vom Uferrand bis in den Ortsteil hinein auf. Entlang dem Fluss haben sich Industriefirmen angesiedelt. Einen Steinwurf entfernt finden Anwohner ihr gemütliches Zuhause mit einer großzügigen Wohnfläche in gepflegten Wohngebieten.

Am östlichen Ufer sieht man aufgelockerte Bebauung, die im Nordwesten in mehrere Kleingartenanlagen mündet. Im Nordosten des Quartiers verspricht das Erholungsgebiet Wuhlheide mit denkmalgeschütztem Volkspark naturverbundene Erholung. Berlin Oberschöneweide grenzt an den historischen Stadtteil Köpenick und an den von Villen geprägten Ortsteil Karlshorst.

Aussicht auf Lebensqualität

Mit verschiedenen Straßenbahnlinien erreichen Sie bequem andere Ortsteile. Von der S-Bahn-Station Karlshorst aus ist der Fahrgast in 24 Minuten am Alexanderplatz. Ebenso lang dauert die Fahrt von der S-Bahn-Station Schöneweide, die von Oberschöneweide per Fähre über die Spree zu erreichen ist. Mit dem Pkw ist die Stadtautobahn eine Viertelstunde entfernt.

Im Stadtteil selbst finden sich Ausgehmöglichkeiten, Angebote für eine aktive Freizeitgestaltung sowie eine familienfreundliche Nachbarschaft direkt vor der Haustür. Denkmalgerecht in der Substanz erhaltene Industriearchitektur ist neben dem Funkhaus aus DDR-Zeiten zu bewundern. Die wechselvolle Geschichte des Funkhauses soll dokumentiert, die Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft verknüpft werden: Medienwirtschaft, Musik, Kunstgalerien und Tonstudios sollen hier weiterhin eine Heimat haben. 

10 Kindertagesstätten sorgen in Oberschöneweide für eine gute Betreuung der Jüngsten.