Tempelhof

Zuhause im Pilotenviertel

Modewelt und Einfamilienhäuser in Citynähe – selbst die "New York Times" hat festgestellt, dass Tempelhof etwas Besonderes ist

Tempelhof ist ein lebendiger Bezirk mit großzügigen Grünflächen zwischen den einzelnen Karrees

Tempelhof ist ein architektonischer Sonder- und Glücksfall. So viele Einfamilienhäuser in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt gibt es nirgendwo sonst in Berlin. Ein Gang durch das „Fliegerviertel“ (nach Piloten aus dem Ersten Weltkrieg benannt) zeigt eine Idylle, die seit der Schließung des Flughafens Tempelhof 2009 besonders Familien angelockt hat. Westlich des Tempelhofer Damms gelegen, mit seinen in den 1920er Jahren erbauten rund tausend Einheiten, den großen Gartengrundstücken und den Mietshäusern mit den Grünanlagen im Hof ist es ein ganz besonderer Ort. Eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Hektik kann gar nicht aufkommen, weil die engen Straßen von allein für eine Geschwindigkeitsregulierung sorgen. 

Der alte Flughafen ist nach wie vor ein Anziehungspunkt
Am Tempelhofer Hafen
Erholung pur auf dem Tempelhofer Feld

Die harmonische Anlage hat sich sogar schon bis zur Redaktion der "New York Times" herumgesprochen, die feststellt, dass die Nachbarschaft eine gute Mischung sei aus Bewohnern, die da schon lange zu Hause sind, und der Erneuerung durch Zugezogene, die auch manche Aktivität entfalten. Die großzügigen Grünflächen zwischen den Karrees sind im Sommer Schauplatz von Kinderfesten. Unter den Brücken spielt die Musik, aber um 22 Uhr herrscht wieder himmlische Ruhe.  Tempelhof war einst ein eigener Bezirk mit den Stadtteilen Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Mit der Verwaltungsreform im Jahre 2001 wurde der Bezirk mit Schöneberg zusammengeführt, sodass sich Tempelhof heute im Bezirk Tempelhof-Schöneberg befindet.

Berühmt durch den Flughafen

Das Stadtbild ist geprägt von einer Mischung aus Miets- und Einfamilienhaus-Siedlungen. Dazwischen finden sich auch Industrie- und Grünflächen. Geschichtlich bedeutend ist der durch Tempelhof verlaufende Teltowkanal, der das Viertel Anfang des 20. Jahrhunderts wirtschaftlich enorm nach vorn brachte.

Berühmt wurde der Bezirk durch den Flughafen. Nachdem er schon jahrzehntelang als Flugfeld genutzt worden war, wurde 1939 der damals größte Flughafen der Welt eingeweiht. Weitere Berühmtheit erlangte er durch die Berlin-Blockade und die alliierte Luftbrücke in den Jahren 1948/49. Der Flugbetrieb wurde 2008 eingestellt. Seitdem ist es sehr viel ruhiger. Und die Immobilienpreise steigen.

Die Tempelhofer Freiheit, wie das Gelände des Flughafens auch noch heißt, hat sich zu einem Platz gemausert, der den Berlinern neu ans Herz gewachsen ist. Bei schönem Wetter sind sie dort zu Tausenden unterwegs – vom Dreirad fahrenden Knirps bis zum wagemutigen Kite-Skater, der sich mit seinem Board in die Lüfte schwingt. Die Fläche geriet natürlich auch in den Blick der Musikveranstalter, aber da herrscht von Behördenseite nun doch Zurückhaltung bei der Bewilligung von Events.

Zweimal im Jahr reist die Modebranche an

Dagegen gehören Fashion-Events zu den einschlägigen Aktivitäten, die vom Bezirk und Senat besonders unterstützt werden. Zweimal im Jahr feiert die Prêt-à-porter-Branche ein großes Fest, und der alte Flughafen wird durch die Messe „Bread & Butter“ zum Nabel der Modewelt.

In der nahe gelegenen Columbiahalle im nördlichen Teil des Stadtteils geben sich prominente Bands die Ehre. Ein gutes Pendant dazu ist mit unterschiedlichem Veranstaltungsprogramm die Ufa-Fabrik am Tempelhofer Hafen, die prägend war für die Alternativ-Kultur in Deutschland und sich in den ehemaligen Postproduktionsstätten der Filmgesellschaft entwickelt hat.

Der Hafen wurde 2009 eröffnet und enthält auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern über 70 verschiedene Geschäfte. Für Shopping-Fans eine gute Adresse.

Mit 355 Hektar Fläche ist der Tempelhofer Park am ehemaligen Flughafen Berlins größter Stadtpark.