Wohnungssuche

Die passende Schule für mein Kind

Bei der Wohnungssuche fragen sich Eltern zuerst, ob es auch gute Schulen in der Nähe gibt

Eltern wollen, dass ihr Kind die Schule von Anfang an mit Freude verbindet

Neu in Berlin zu sein ist mitunter ganz schön anstrengend. Häufig fehlt es an Freunden oder Bekannten, die Tipps geben, welcher Stadtteil passt, wo es gute Ärzte, Sportvereine oder Einkaufsmöglichkeiten gibt. Für Eltern ist bei der Wohnungssuche eine Frage zentral: Gibt es in der Nähe gute Schulen für mein Kind? Staatlich oder privat? Besondere pädagogische, religiöse oder weltanschauliche Prägung? Leistungsorientiert oder frei?

Die Vorfreude auf den ersten Schultag ist riesig

Welche ist die richtige?

Letztendlich die, die am besten zu meinem Kind passt. Die seinem Charakter, seinen Bedürfnissen und Vorlieben entspricht. Die ausgezeichnete Frühförderung in Sprachen, Kunst oder Musik nutzt nichts, wenn es nicht zu einem passt. Daher sollten die Eltern bei der Suche auf ihr Gefühl vertrauen.

Dies beginnt schon beim ersten Eindruck: Wie präsentiert sich die Schule auf ihrer Website? Welche pädagogischen Schwerpunkte arbeitet sie heraus? Ein Anhaltspunkt ist, wie transparent die Einrichtung auch mit kritischen Fragen umgeht. Ist es möglich, die Leistungen wie Abschlussquoten der vergangenen Jahre einzusehen? Gibt es ausreichend Auskunft über Aufnahmeverfahren und -chancen? Wie geht die Schule mit dem Thema Vielfalt um?

Gibt es einen eigenen Leitgedanken?

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie bei Ihren Favoriten an einem normalen Schultag vorbeischauen. Wie wirken der Hof und das Gebäude? Steril oder lebendig? Wie verhalten sich die Kinder auf dem Schulhof? Spielen sie ausgelassen oder wirken sie angestrengt oder aggressiv? Sind die Klassenzimmer mit Projekten der Kinder geschmückt und individuell gestaltet oder eher kühl und klinisch?

In einem Gespräch mit der Schulleitung oder beim Tag der offenen Tür mit Eltern oder Kindern, die die Schule besuchen, können Sie Detailfragen klären. Wie hoch ist die Wechselquote bei Lehrern und Schulleitung? Gibt es eine klare Leitlinie, der die Schule folgt? Außerdem sieht man, wie in der Gemeinschaft gelebt wird, wie stark die Schule die Eltern miteinbezieht. Und man sieht auf den Fluren und in den Klassenzimmern, ob neben der schulischen Leistung Wert gelegt wird auf außerschulisches Miteinander in Form von AGs, Sportgruppen oder Projekten.

Zusätzliche Orientierung für Eltern bietet das Land oder Auszeichnungen wie der Deutsche Schulpreis, der von der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung, dem STERN und der ARD verliehen wird. Nach einem anspruchsvollen Kriterienkatalog werden damit seit 2006 Schulen mit hervorragender pädagogischer Praxis ausgezeichnet. Bei solchen Preisen sollten Sie immer darauf achten, ob sie unabhängig sind oder von Interessensgruppen vergeben werden.

Auch die künstlerische Entwicklung ist wichtig

Wie ist die Lage in Berlin?

Laut des „Blickpunkts Schule“ der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft werden 2012/13 an 670 öffentlichen Schulen insgesamt 292.632 Schüler unterrichtet. In den nächsten Jahren rechnet die Senatsverwaltung mit deutlich steigenden Schülerzahlen – bis 2022/23 bei rund 336.000.

Die Bezirke entwickeln sich unterschiedlich. Die Senatsverwaltung erwartet in Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und in Neukölln lediglich eine Steigerung der Schülerzahlen von unter fünf Prozent bis 2022/23, während sich die Zahlen in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf prognostisch um neun bis 15 Prozent erhöhen werden. Starke Steigerungen werden in Marzahn-Hellersdorf mit 23 Prozent, in Pankow mit 26 Prozent, in Treptow-Köpenick mit 35 Prozent und in Lichtenberg sogar mit 48 Prozent erwartet.

Privatschulen in Berlin: für jeden was dabei

Die Zahl und Vielfalt der Berliner Schulen in privater Trägerschaft wächst stetig. Immer mehr Eltern nutzen diese Alternative zu öffentlichen Einrichtungen. Waren im Schuljahr 2003/04 noch 17.617 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Privatschulen, stieg die Zahl bis 2012/13 auf 30.135 – um 71 Prozent. Drei Beispiele für die Breite des privaten Berliner Bildungsangebots sind die Freie Schule am Mauerpark, das Gymnasium Steglitz und die Berlin Metropolitan School in Mitte.

Die Freie Schule am Mauerpark ist eine staatlich anerkannte Grundschule in freier Trägerschaft. Sie verfolgt ein alternativ-pädagogisches Konzept, das auf das natürliche Lerninteresse der Kinder setzt. Derzeit lernen 63 Kinder mit zehn Lehrer/innen und Erzieher/innen an der Ganztagsschule im Prenzlauer Berg. Die Schule ist nach eigenen Angaben „der Auffassung, dass Kinder geborene Lerner sind und sich die Welt aus eigenem Antrieb und mit allen Sinnen erobern. Wir wollen Kindern vielfältige Entwicklungsräume anbieten in einer Schule, in der man zwangslos lernend spielen und spielend lernen kann. Wo man aufeinander zugehen, aber auch allein sein kann. Wo man forschen, träumen, reden und arbeiten kann. Wo man streiten, lachen, weinen und sich auch langweilen darf. Wo man nicht der Allmacht eines Lehrers ausgeliefert ist, sondern sich einen aussuchen kann.“

Grundwerte der europäischen Tradition

Im Gegensatz dazu setzt das Gymnasium Steglitz auf traditionelle Werte. Bereits seit 1886 werden hier die Schülerinnen und Schüler auf ein erfolgreiches Studium und Berufsleben vorbereitet. Sie besuchen das Gymnasium Steglitz ab der 5. Klasse und erlernen Englisch, Latein und Altgriechisch. Die Besonderheit, die alten Sprachen zu erlernen, fördere „Sprachverständnis und Ausdrucksfähigkeit auch in der deutschen Muttersprache und anderen Fremdsprachen und ermöglicht es ihnen, die Grundwerte und -ideen der europäischen Tradition in den Originalsprachen kennenzulernen, zu reflektieren und für die Entwicklung eigener Positionen zu nutzen“, heißt es in der Selbstdarstellung der Schule.

Wie der Name verspricht, geht es auf der Berlin Metropolitan School in Mitte international zu. Ziel der Ganztagsschule ist es, „ein umfassendes und durchgehendes Bildungsprogramm vom Kindergarten bis zur 12. Klasse anzubieten, basierend auf den höchsten internationalen Standards und den Bildungsanforderungen des Berliner Senats. 850 Schülerinnen und Schüler lernen derzeit in unserer Preschool, der Primary School und der Secondary School. Als internationale Schule haben wir das Ziel, unseren Schülern das international anerkannte IB Diploma als Abschluss in der 12. Klasse anzubieten. Wie der Name unserer Schule andeutet, legen wir besonderen Wert auf den kulturellen Austausch und die Interaktion von Menschen verschiedener Nationalitäten.“

Fotos: corbis (4)

Kinder sind neugierig auf die ganze Welt

ZIEGERT informiert in Zukunft regelmäßig über Schulen, weil wir unseren Kunden ein möglichst umfassendes Bild der jeweiligen Wohnlage geben wollen.