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Immobilien Zeitung vom 09.08.07

Bauträger entdecken Lücken

Immer mehr kriegsbedingte Baulücken in Berlin werden bebaut - und die dort entstehenden Wohnungen verkaufen sich gut. Das stellt man bei der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, Berlin, fest.

Als das Berliner Makler- und Beratungsunternehmen Ziegert vor etwa fünf Jahren Käufer für Neubauwohnungen in der Lottumstraße im angesagten Bezirk Mitte suchte, war die Resonanz schwach. Heute aber hat sich das Bild gewandelt, wie Ziegert-Mitarbeiter Oliver Paetsch berichtet. Von den 23 Wohnungen beispielsweise, die in zwei Neubauten an der Borsig-/Ecke Tieckstraße ebenfalls in Mitte entstehen, waren drei Monate nach Vertriebsstart bereits 60% verkauft oder fest reserviert - trotz Preisen, die mit 2.300 bis 3.150 Euro/qm (je nach Etage) für Berliner Verhältnisse recht hoch sind.
Damit solche Verkaufserfolge erzielt werden können, müssen nach den Erfahrungen der Fachleute von Ziegert eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein. Erforderlich ist demnach in erster Linie eine innerstädtische Lage in einer gewachsenen Struktur. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Ver-
kehr gilt als ebenso unverzichtbar wie die Nähe zu Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglich-keiten. Trotzdem muss es ruhig sein, und das unmittelbare Umfeld muss stimmen: „Gegenüber“, sagt Paetsch, „darf kein Siebziger-Jahre-Parkhaus sein."
Von der Wohnung selbst erwarten die Käufer (bei denen es sich im „Fall der von Ziegert vertriebenen Objekte zu 90% um Eigennutzer handelt) flexible Grundrisse, die auch individuelle Lösungen zulassen. Raumhöhen von mindestens 2,90 m sind ebenso eine zwingende Voraussetzung wie eine hochwertige Ausstattung mit Parkett, hohen Fenstern und überdurchschnittlichen
Armaturen. Balkon oder Terrasse sowie Aufzug sind sowieso selbstverständlich. Darüber hinaus haben die Neubauten, im Gegensatz zu den Gründerzeithäusern, auch Tiefgaragenstellplätze zu bieten, die gerne für immerhin 22.500 Euro gekauft werden.
Dass Bauträger immer mehr Neubauprojekte in Angriff nehmen, hat laut Paetsch zwei Gründe: Einerseits gebe es kaum noch Gründerzeithäuser in guter Lage, die sich für die Aufteilung in Eigentumswohnungen eigneten; andererseits fänden sich in Berlin noch zahlreiche kriegsbedingte Baulücken. Ziegert Bank- und Immobilienconsulting hat derzeit neben der Borsigstraße (wo NCC Bauträger ist) noch zwei andere Baulücken-Projekte im Vertrieb: an der Bruchsaler Straße (Wilmersdorf) und an der Forststraße (Steglitz). Auch hier bewegen sich die Preise bis gegen 3.000 Euro/qm - wobei laut Paetsch in letzter Zeit allerdings keine starke Steigerung festzustellen ist.