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Berliner Morgenpost vom 06.03.10

Wo sich Szene und bürgerliches Leben treffen

Zwischen Potsdamer Straße und Viktoria-Luise-Platz liegt mitten in Schöneberg eines der schönsten Berliner Stadtviertel, das auch gleichzeitig mein Lieblingskiez ist: Die Winterfeldtstraße und ihre benachbarten Straßen bieten dort einen Ausschnitt des Berliner Lebens, das kaum Wünsche übrig lässt.
Das Spektrum reicht von der klassischen guten West-Berliner Wohngegend bis zum ältesten Wochenmarkt Berlins, vom kanadischen Frühstücks-Bagel bis zur angesagten Cocktailbar und vom bunten Straßenfest bis zum Kinderspielplatz "Paradiesgärtchen" direkt am Winterfeldtplatz.

Um diesen Kiez zu erleben, bummelt man am besten mittwochs oder samstags über den wohl bekanntesten Wochenmarkt Berlins, den Winterfeldtmarkt. Hier treffen sich beim Einkauf von Obst und Gemüse, Blumen, Käse und Hausrat Quartierbewohner ebenso wie bürgerliche Wilmersdorfer und Kreuzberger Szenegänger. Das bei Berlinern und Zugezogenen seit jeher beliebte Viertel, baulich geprägt durch den berlintypischen Mix von um 1900 errichteten Altbauten und Gebäuden aus der Nachkriegszeit, strahlt trotz seiner lebendigen Infrastruktur eine angenehme Behaglichkeit, beinahe Gemütlichkeit aus und steht für quirlige, bunte Vielfalt und tolerantes Wohnen.

Alles, was das Herz eines Großstädters begehrt, der gern ruhig, aber in urbaner Umgebung leben will, liegt hier praktisch vor der Tür: schicke Cafés und Bars, Restaurants aller Art und neben den üblichen Discountern auch zahlreiche Geschäfte mit ganz individuellem Charakter. Manche gibt es so nur in Berlin: "Das alte Bureau" beispielsweise bietet antike Arbeitsmöbel, im Café "Sorgenfrei" gibt es neben Heißgetränken und selbst gebackenem Kuchen Antikes aus den 50er- und 60er-Jahren, und ein echter Tipp für jeden Reiselustigen ist das "Chatwin", eine
Reisebuchhandlung mit kompetenter und "echter" persönlicher Beratung.

Zum Shopping ins KaDeWe und an den Ku'damm, mit der U-Bahn ab Nollendorfplatz, zum Tangotanzen nach Kreuzberg per Bus, zum Wochenendspaziergang nach Sanssouci mit dem Pkw - die zentrale Lage und die hervorragende Verkehrsanbindung des Winterfeldtkiezes ermöglicht hohe Mobilität zu allen Tageszeiten.

Beliebte Kaiserzeitwohnungen

Von einem Makler wollen Sie natürlich auch wissen, wie die Marktlage direkt im Winterfeldtkiez ist oder im unmittelbar benachbarten Barbarossa- und Akazienkiez, wo ich mich übrigens auch oft und gern aufhalte.

Neue Eigentumswohnungen mittleren Standards kosten hier durchschnittlich 2500 bis 3000 Euro/qm; sehr hochwertig ausgestattete Neubauwohnungen wie z. B. im "Quartier Winterfeldt" direkt um die Ecke vom Winterfeldtplatz können aber gut und gern bis zu 3750 Euro/qm kosten. Altbauwohnungen bekommt man etwas günstiger. So muss der Käufer einer komplett sanierten "Kaiserzeitwohnung" hier - je nach Ausstattungsstandard und Lage im Gebäude - etwa 1800 bis 2400 Euro/qm zahlen, unsanierte Wohnungen kann man schon ab 1500 Euro bekommen.
Mieter müssen im Schnitt zwischen sieben und acht Euro pro Quadratmeter (nettokalt) für eine neu vermietete Wohnung berappen, zum Teil werden aber auch zehn Euro bezahlt.

Der Winterfeldtkiez und übrigens auch der angrenzende Barbarossa- und der Akazienkiez waren und sind nicht nur eines der beliebtesten und am stärksten nachgefragten Wohnquartiere der Hauptstadt - sie werden es in Zukunft auch bleiben. Daher kann ich alle drei sowohl für Eigennutzer als auch für Kapitalanleger, für Mieter, Vermieter oder Eigentümer mit gutem Gewissen empfehlen.

Der Autor ist Eigentümer und Geschäftsführer des Maklerunternehmens Ziegert Bank- und Immobilienconsulting mit Sitz in Charlottenburg
Nikolaus Ziegert