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Immobilien Zeitung vom 28.08.08

Wohnen zwischen Park und Schrebergarten

Nicht nur im Stadtteil Prenzlauer Berg entstehen derzeit neue Anlagen für Eigentumswohnungen. Auch im alten Berliner Westen wird manches Wohnbauvorhaben auf den Weg gebracht. Beispielsweise das Projekt Matrix Living, das auf einem jahrzehntelang gewerblich genutzten Grundstück nahe dem Volkspark Wilmersdorf entstehen soll.
Mitten in der Stadt wohnen und doch umgeben sein von viel Grün, das ist der Wohntraum vieler Menschen. Dass er sich in einer Großstadt realisieren lässt, ist aber keine Selbstverständlichkeit. Umso begehrter sind die Grundstücke, die diesen Luxus zu bieten haben, wie die Fläche an der Ecke Waghäuseler/Babelsberger Straße im Südosten des Stadtteils Wilmersdorf.

Das gut 4.800 m² große Stück Land wurde bislang gewerblich genutzt. Ein zweigeschossiger Gebäuderiegel, der sich um die Ecke zieht, markiert die Straßenkanten. Darunter liegt eine Großgarage, und dahinter erstreckt sich eine für die Innenstadt sehr großzügige Fläche, die im Zuge der Neubebauung in einen Garten verwandelt werden soll. Direkte Nachbarn gibt es nur auf der gegenüberliegenden Seite der Babelsberger Straße, wo ein altes Universitätsgebäude steht. Südwestlich schließt eine kleine Schrebergartenkolonie an, und gleich dahinter erstreckt sich der Volkspark Wilmersdorf, der sich vom Rathaus des angrenzenden Stadtteils Schöneberg über die Bundesallee hinweg bis zur Uhlandstraße schlängelt.

Die Lage ist ein wahrer Glücksfall für ein innerstädtisches Grundstück, und so hatte auch mancher Investor ein Auge auf die Ecke geworfen. Die privaten Eigentümer verkauften am Ende an den Bauträger Voltage. Der will nach dem Abtragen des oberen Gebäudeteils über der vorhandenen Garage, die zum Teil über dem Straßenniveau liegt, ein neues Wohngebäude errichten.
Bei den Umrissen für das neue Eckhaus muss sich die Voltage nach den Vorgaben des zuständigen Bezirksamts an der existierenden Bebauung orientieren. Es dürfen also nur die Straßenkanten des Grundstücks bebaut werden, während die dahinter liegende Fläche frei bleiben muss. Den künftigen Bewohnern beschert das einen großen Garten hinter dem Haus.

Pfiffig gelöst haben die Planer vom Berliner Büro Wiewiorra Hopp Architekten das Problem, die Großgarage mit in das Vorhaben einzubeziehen, die bisher das gesamte Grundstück einnimmt. Während ein Teil der Fläche entsiegelt wird, sollen über der restlichen Garagenfläche höher liegende Gärten und Terrassen entstehen, die den Wohnungen der Beletage zugeschlagen werden. Diese, so versprechen die Entwickler, werden 3,50 m über dem für alle Bewohner zugänglichen Bereich liegen. Erdgeschosswohnungen wird es in der neuen Anlage damit gar nicht geben, was die Attraktivität des Gesamtprojekts für den Verkauf erhöht.

Und der lässt sich nach Angaben des Voltage-Projekt-verantwortlichen Klaus Buchmann gut an. Seit dem offiziellen Verkaufsstart im Juni dieses Jahres haben die mit dem Vertrieb beauftragten Makler von Ziegert Immobilien, Berlin, bereits für ein Viertel der Wohnungen Reservierungen angenommen. Demnächst sollen die ersten Verträge unterzeichnet werden. Die Voraussetzungen dafür, dass die Geld gebende Bank HSH die Mittel für den Kredit freigibt, sind Buchmann zufolge bereits erfüllt.
Wer eine Wohnung im Projekt Matrix Living erwerben möchte, muss in der Regel schon etwas besser betucht sein.

Die Preise liegen mit 2.450 bis 3.650 Euro/m² zwar unter dem Niveau vergleichbarer Projekte im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg, aber bei Wohnungsgrößen zwischen ca. 90 und 400 m² kommt schnell ein hübsches Sümmchen zusammen. Um die 1,4 Mio. Euro kostet die teuerste Einheit, eine Penthouse-Maisonette im Haus Epsilon getauften Teil des Komplexes, der direkt an der Ecke liegt und von der Südwestterrasse aus Blick zum Park bietet. Bis zum Endausbau kämen da leicht 1,5 Mio. Euro zusammen, rechnet Projektleiter Buchmann vor.

Für ihr Geld dürfen die künftigen Eigentümer ihren Wünschen bei den Grundrissen weitgehend freien Lauf lassen. Kostenlose Beratungen durch die Architekten sind im Kaufpreis inbegriffen, ebenso wie eine hochwertige Ausstattung und technische Finessen wie eine für Allergiker geeignete Belüftungsanlage oder Fußbodenheizungen, die an heißen Sommertagen auch mit kühlem Wasser gespeist werden können und für angenehmere Raumtemperaturen sorgen. Auch eine energiesparende Haustechnik gehört zum Konzept: Eine hauseigene Luftwärme-Pumpe und eine auf dem Dach installierte thermische Solaranlage sollen einen Großteil des Energiebedarfs decken.

Ergänzend soll Fernwärme eingesetzt werden. Ein Drittel der aktuell durchschnittlichen Energiekosten soll auf diese Weise eingespart werden.
Der Baubeginn für das Projekt ist für Mitte September dieses Jahres vorgesehen. Etwa ein Jahr später können die ersten Bewohner einziehen. Inklusive Kaufpreis für das Grundstück investiert Voltage etwa 23 Mio. Euro in das Vorhaben. (mv)

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